Wie der MDR am rechten Rand fischt

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Der MDR Sachsen hatte für vergangenen Dienstagabend eine Diskussionsrunde zu politischer Korrektheit und Sprachsensibilität angesetzt.
Betitelt wurde diese mit „Darf man heute noch ‚Neger‘ sagen.

Was fällt auf?
Also mal ganz abgesehen davon, dass die Frage an sich schon seit dem letzten Jahrtausend mit einem klaren Nein beantwortet sein sollte und Konsens sein muss, dass es sich hierbei um eine rassistische und diskriminierende Ausdrucksweise handelt?

Die Antwort auf die Frage, wie man eine solche Diskussion am besten besetzt, hat der MDR auf eine unfassbar ignorante Art und Weise beantwortet. Nicht nur, dass man ausschließlich weiße Menschen einlädt, um zu klären, was als rassistisch gilt, (Klar, was sollen auch Menschen, die tagtäglich von rassistischer Diskriminierung betroffen haben, dazu zu sagen haben?) sondern auch die Auswahl der Teilnehmer*innen macht stutzig. Da wären zum einen Frauke Petry, Ex-AfD-Abgeordnete, die Sprechverbote als die Vorstufe von Denkverboten bezeichnet und von dem „Lumpenproletariat der afro-arabischen Welt“ spricht. Zum anderen der rechtspopulistische „ich lass mir nichts verbieten“-Journalist Peter Hahne.
Wohin diese Diskussion geführt hätte, ist klar. Auch klar war, dass ein Shitstorm nicht lange auf sich warten ließ, woraufhin der MDR die Sendung absagte. Besonders interessant ist hier jedoch die Begründung. Man sagte nicht ab, weil man sich eingestand, mit dem Teaser rassistische Sprache zu bedienen – er wurde lediglich als rhetorische Zuspitzung bezeichnet. Man sagte auch nicht ab, weil die Hälfte der Redner*innen aus dem rechten Lager kommt oder nur weiße Personen an der Debatte beteiligt waren. Nein, mag sagte lediglich „vorerst“ ab, weil mit Kerstin Köditz und Robert Feustel die Hälfte der Gäste abgesagt hatte. Dass in Aussicht gestellt wurde, die Sendung „vielleicht sogar mit einem erweiterten Teilnehmerkreis“ in Zukunft stattfinden zu lassen, lässt jedenfalls nichts gutes ahnen.

#FightRacism

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50 Jahre Hetze – BILD bleibt tödlich

Heute vor 50 Jahren, am 11. April 1968 wurde Rudi Dutschke auf dem Kurfürstendamm in Berlin von einem Rechtsradikalen angeschossen. Dutschke starb wenige Jahre später an den Folgen dieses Attentats. Der sozialistisch deutsche Studierendenverband (SDS) schuldigte daraufhin das Verlagshaus Springer an, mit ihrer Hetze gegen die Studierendenbewegung solche und andere Ausschreitung befeuert zu haben.

Rhonda Koch, Geschäftsführerin des Die Linke.SDS äußerte hierzu: ’50 Jahre später hat sich an der menschenverachtenden Meinungsmache von Bild und Co. nichts geändert. Bild bleibt tödlich. Ihre rassistische Hetzjagd auf Geflüchtete, auf muslimische Mitbürger*innen, Menschen mit migrantischen Erfahrungen; HartzIV-Empfänger*innen, ihre sexistischen Angriffe auf Frauen, sie alle formen eine rechte Ideologie, die sich in Hass entlädt.‘

Wir klagen Bild an, mitschuldig an den brennenden Geflüchtetenheimen und den rassistischen Übergriffen zu sein, mitschuldig an dem rassistischen und sexistischen Alltag.

Wir gendenken heute – im Sinne von Rudi Dutschke – der Opfer der menschenverachtenden Ideologie von Springer and friends. Aus diesem Grund hat eine Gruppe Studierender vergangene Nacht mit einem Beamer den Spruch ’50 Jahre Hetze – Bild bleibt tödlich‘ an das Verlagsgebäude von Springer geworfen.

Und wir schlagen zurück: diese Welt ist 50 Jahre nach 68 keinen Deut besser! Es wird Zeit, dass wir erneut anpacken, dass wir organisiert unser Leben in die Hand nehmen und es der Herrschaft von Merkel, Seehofer, Gauland und Reichelt entreißen.

http://www.geschichtewirdgemacht.de

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Studierende aller Fakultäten vereinigt Euch!

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Morgen geht die Vorlesungszeit weiter und wir treffen uns wie gehabt jeden Montag um 20 Uhr (c.t.) im Seminarraum 1 im Haus auf der Mauer.

Du bist auch der Überzeugung bist, dass jeder Mensch einen uneingeschränkten Zugang zu Bildung haben sollte, Demokratie nicht vor dem Campus Halt zu machen hat und einige Wenige sich niemals auf Kosten der Gesellschaft bereichern sollten? Dann bist du bei uns richtig.

Alle unsere Treffen sind für Interessierte offen, komm einfach vorbei! Wir freuen uns über deine Mitarbeit und sind stets offen für neue Ideen!

Die nächsten Termine:
09.04.18 Erstes Offenes Treffen im Sommersemester
16.04.18 Offenes Treffen: Input und Diskussion
„Wähler*innenschaft der AfD“ 
23.04.18 Offenes Treffen: Input und Diskussion
„Katalanische Unabhängigkeitsbewegung“
30.04.18 Offenes Treffen: Input und Diskussion

#Semesterstart
#organize
#SDS
#KritikAnDieUni

 

FKT2018

Auch über hundert Jahre nach dem ersten Frauen*tag stehen wir in vielen Dingen erst am Anfang. Öffentlich sexistische Äußerungen des us-amerikanischen Präsidenten, Bundestagsfraktionen mit einem Frauen*bild von vorgestern, systematische Unterbezahlung von Care-Arbeit und deren Abwälzung auf Frauen*. Diese Liste ließe sich beliebig verlängern und zeigt, dass viele Errungenschaften von Frauen*bewegungen jederzeit in Gefahr geraten können.
In regelmäßigen Abständen glüht in den Soziale Medien mit Offensiven wie #aufschrei oder #metoo auf, was für viele Menschen alltäglich ist und leider auch noch nach jedem viralen Hashtag alltäglich bleibt: Sexismus, sexualisierte Gewalt und Übergrifflichkeit, Abwertung auf Grund des Geschlechts. Sexualisierte Gewalt ist keine Ausnahme, das Recht auf körperliche Selbstbestimmung wird immer wieder in Frage gestellt. Gesellschaftliche Normen und Werte bestimmen auch weiterhin was als „normal“ und akzeptiert für Frauen* gilt. Patriarchale Strukturen sind allgegenwärtig, sie teilen ein in nur zwei Geschlechter, in zwei entsprechende Verhaltensweisen und in nur eine Sexualität mit bestimmten Lebensentwürfen. Homo-, Bi- Trans- und Interfeindlichkeit sind Ausdruck davon.
Die Rollen, Berufe und Lebensentwürfe vieler Mädchen* und Frauen* scheinen vorbestimmt ein Aufbegehren dagegen muss jederzeit mit allem rechnen, was unsere patriarchale Gesellschaft an Unterdrückung zu bieten hat.
Und dagegen lohnt sich ein Kampf!
All diese Missstände sind in unserem Gesellschaftssystem tief verankert, sie spiegeln sich in Gesetzen, in Wirtschaft, in Politik und Kultur wider, in der Möglichkeit gesellschaftlicher Teilhabe und im alltäglichen Zusammenleben. Es geht deshalb darum, eine Perspektive zu entwickeln, die Mehrfachdiskriminierungen und ihre Verschränkungen im Blick hat. Aus diesem Grund solidarisieren wir uns mit feministischen Bewegungen und Kämpfen weltweit.

Lasst uns jeden Tag zum Frauen*kampftag machen!

#FKT18
#DontFightForFlowers
#RiotsNotRoses

Hier gehts zur Demo:
https://www.facebook.com/events/2095689340476131/

 

Language That Matters – Ein Workshop zu gendergerechter Sprache

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Sprache beeinflusst unser Denken. Durch sie entstehen Bilder in unserem Kopf, die unsere Gedanken formen. Gleichzeitig ist Sprache unser wichtigstes Kommunikationsmittel.
Immer mehr Menschen versuchen, in ihren Formulierungen zu gendern. Das Thema ist hierbei aktueller denn je – und nicht gerade unumstritten: Was soll die Änderung bestimmter Formulierungen in Form von ein paar Satzzeichen bewirken? Was habe ich mit der Gender-Debatte zu tun? Was für verschiedene Formen des Genderns gibt es?
Diese und noch weitere Fragen werden in dem Workshop „Einführung ‚Gendern‘ – Gendergerecht schreiben und sprechen“ von Muriel Aichberger (Sozial-, Kunst- und Medienwissenschaftler mit Schwerpunkt Equality, Diversity und Inklusion) beantwortet.
Nach einer Einführung in die Thematik, wird anhand von Übungen und Beispielen der Umgang mit den verschiedenen Formen des Genderns verdeutlicht.
Da die Plätze in dem Workshop auf 20 Teilnehmer*innen begrenzt sind, bitten wir euch, euch vorher bei uns anzumelden. Die Teilnahme ist kostenlos. 

Der Workshop findet am Dienstag, den 20.02.18 ab 18:30 (c.t.)
im Seminarraum 221 am Campus Carl-Zeiss-Straße 3 statt.

 

Anmeldung:

Da die Veranstaltung in der Vergangenheit liegt,
ist eine Anmeldung nicht mehr möglich.

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch sexistische, homophobe, trans*phobe, rassistische, oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Und täglich grüßt der Sexismus – Feuerzangebowle im Hörsaalkino

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In der vergangenen Woche hat das Hörsaalkino Jena wieder die Feuerzangenbowle in mehreren Aufführungen gezeigt.

Dass der Film ein Nazi-Relikt ist, welches vor NS-Propaganda nur so strotzt, ist nicht neu.
(An dieser Stelle sei auf die kritische Auseinandersetzung des AstA Hamburg verwiesen)
Dass der Film von den Veranstalter*innen nicht kritisch hinterfragt wird, ist auch nicht neu.

Neu sind allerdings die „Mitmachkarten“. Diese Karten fordern das Publikum dazu auf, in bestimmten Momenten bestimmte Aktionen durchzuführen. Zum Beispiel mit einer Klingel zu klingeln, wenn Pfeiffers Wecker klingelt.

Oder eben zu pfeiffen und zu johlen, „immer, wenn ein Frauenzimmer zu sehen ist“.

Die Feuerzangenbowle vertritt ein Frauenbild der 1890er Jahre, welches Frauen aufs Gröbste objektifiziert und sie nur bezüglich ihres Aussehens, ihrer Heiratswilligkeit und dem Wunsch, das „Frauenzimmer“ zu küssen, einordnet und auch nur unter diesen Aspekten im Film auftreten lässt.

Dieses hochgradig frauenverachtende Weltbild zu tolerieren, lehnen wir ab. Es aber durch solche Aktionen aktiv zu unterstützen, wie es das Hörsaalkino tut, ist auf schärfste zu verurteilen. Durch diese Aktionen werden sexistische und menschenverachtende Einstellungen an den Universitäten gefördert – einem Ort, der eigentlich den Status quo kritisch hinterfragen sollte.

Bürgerdialog der AfD in Apolda

Wir wurden beschimpft und bedroht. Mit Bürgerdialog hatte das nichts mehr zu tun.
Auf der Veranstaltung mit Björn Höcke waren ca. 200 Menschen. Viele davon mit deutlicher Rechtsaußen-Gesinnung.
Als Zeichen gegen Rechtsextremismus waren wir und andere Genoss*innen vor Ort und haben versucht mit den AfDlern zur diskutieren. Dabei wurden uns die Worte im Mund herum- und Zahlen und Gesetze verdreht. Wirkliche Antworten auf unsere Fragen haben wir nicht bekommen, stattdessen wurde skandiert, gejohlt und Drohungen aus dem Publikum wurden ohne Hehl ausgesprochen. Jeglicher Raum für Diskussion wurde unterbunden – was nicht passte wurde ignoriert, die Anwesenden mehr als einmal angelogen.
Die AfD trat an diesem Abend als rechte Partei auf, die log und den Populismus als Deckmantel nutzt, obwohl ihre Absichten zuerst den Reichen und Unternehmen zur Gute kommen.
Das kann keine Alternative für Deutschland sein!

Bürgerdialog AfD Apolda 17