politisches Hörsaalkino: the revolution will be televised

Das politische Hörsaalkino ist eine Filmreihe in der die Juso-Hochschulgruppe, Interbrigadas, The Voice, der SDS und die verdi Studis Jena ihre Themenfelder anschaulich in Bild und Ton vorstellen und im Anschluss mit dem Publikum diskutieren wollen. Das ganze wird freundlich unterstützt vom Arbeitskreis für politische Bildung am Studierendenrat der Friedrich Schiller Universität.
Der SDS wird ihm Rahmen dieser Filmreise am 8.1.13 den Film „Kick ist like Frankreich“ zeigen, welcher über die Studierendenproteste in Hessen berichtet.

Und hier das ganze Programm:

Let‘s Make Money: Donnerstag 01.11.2012 / 19 Uhr / Hörsaal 7 / Campus

Dokumentarfilm, Ö 2008 von Erwin Wagenhofer, 110 Min.

Die Soziologie kann als die Krisenwissenschaft par excellence gelten. Ihren Gegenstand verdankt sie gewissermaßen den grundlegenden krisenhaften Irritationen der ersten Moderne, genauer den vielzähligvermittelten Folgen der modernen bürgerlichen Gesellschaft. Der Triumph der Naturwissenschaften und Technik, die Säkularisierung, die Herausbildung der kapitalistischen Produktionsweise, die Beschleunigung im Kontext urbanen Lebens und vieles mehr machten Gesellschaft fragwürdig und damit zu einem Gegenstand sozialwissenschaftlichen Interesses. Der Soziologie kam dabei jedoch von Anfang an nicht bloß die Rolle einer distanzierten Beobachterin zu. Viele Wegbereiter des Faches waren sozialpolitisch engagiert oder betracheten die Soziologie gar als „Schlüsselwissenschaft“ oder Königsdisziplin, die gesellschaftliche Bewegungsabläufe optimierend begleiten sollte. Ihre gesellschaftskritische Funktion stand dabei stets in einem spannungsvollen Verhältnis zur kapitalistischen Gesellschaft und ihren multiplen Krisen: sollte sie wertfrei und wissenschaftlich-solide adäquate Beschreibungen liefern oder sich einmischen, den Stimmlosen eine Stimme verleihen und das Leiden an Gesellschaft beredt machen? Dem Zusammenhang von Soziologie und den „drei großen K“, Kapitalismus, Krise und Kritik wollen wir uns daher im Anschluss an den gezeigten Film in einer Diskussion annähern. Kommentar: Tine Haubner (Institut für Soziologie Jena)

Work Hard Play Hard, Dienstag 06.11.2012 / 19 Uhr / Seminarraum 309 / Campus

Dokumentarfilm, D 2011 von Carmen Losmann, 90 Min.

Schöne neue Arbeitswelt – oder wie die Ansprüche an die Arbeitskraft sich verändern. Der Dokumentarfilm von Carmen Losmann zeigt sehr eindrücklich – fast erdrücklich – was es heisst, wenn unter dem Primat der Gewinnmaximierung nur noch die Optimierung der Ressource Mensch übrig bleibt und Arbeitswelt und Privatleben verschwimmen. Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet. Wir diskutieren im Anschluss mit der Soziologin Stefanie Graefe, Institut für Soziologie der Uni Jena, Arbeitsbereich Gesellschaftsvergleich und sozialer Wandel, über die Chancen und Risiken der Arbeit als Lebensgefühl und wie die Arbeit der Zukunft aussehen soll.

Bread and Roses, Mittwoch 14.11.2012 / 19 Uhr / Beckstage / Johannisplatz 14

Spielfilm, GB, D, F, S, I 2000 von Ken Loach, 110 Min.

Der Spielfilm basiert auf der realen Geschichte der Kampagne „Justice for Janitors“. Gepaart mit einer kleinen Lovestory und dem Schicksal mexikanischer Einwanderer wird gezeigt, wie gewerkschaftliche Arbeit in Betrieben mit schlechten Arbeitsbedingungen und fehlender Interessenvertretung aussieht. Nicht zu kurz kommt ein Bild davon, wie auf Kosten derer, die auf jeden Cent angewiesen sind, Profit gemacht wird. Im Anschluss erfahren wir von einer Mitarbeiterin von ver.di, wie Gewerkschaftsarbeit und Betriebsorganisation in Thüringen aussehen und diskutieren über Chancen und Notwendigkeit dieser Arbeit. Gern können wir hier auch noch mal eine Rückblende auf den Film Work Hard Play Hard machen.

Recht auf Stadt, Dienstag 20.11.2012 / 19 Uhr / Frei(t)raum / Campus

– was und wie genau – Ihr werdet sehen.

Auf jeden Fall mit der Inselplatz-Crew

Residenzpflicht, Dienstag 27.11.2012 / 19 Uhr / Hörsaal 7 / Campus

Dokumentarfilm, D 2011

Seit 20 Jahren kämpfen Flüchtlinge gegen die sogenannte Residenzpflicht, die ihnen in das Recht auf Bewegungsfreiheit verwehrt. In ihrem Dokumentarfilm „Residenzpflicht“ begleitet die brasilianische Filmemacherin Denise Garcia Bergt FlüchtlingsaktivistInnen in ihremjahrelangen Kampf gegen das restriktive Gesetz. Sie protestieren gegen das aufgezwungene Leben in Isolation und fordern ihr Menschenrecht auf Bewegungsfreiheit ein. Der Film setzt dabei das Gesetz in einen größeren Kontext. So wird u.a. der Einfluss der Grenzsschutzagentur Frontex und ihres ausgeklügelten Kontrollapparats an den Außengrenzen Europas ebenso thematisiert wie die deutsche Sortierung und Verteilung von Flüchtlingen auf isolierte Lager, das koloniale Erbe und der in Deutschland herrschende Alltagsrassismus.

Die Kriegstrommel, Dienstag 04.12.2012 / 19 Uhr / Hörsaal 4 / Campus

Dokumentarfilm, D 2012 von Goran Vidovic u. Tariqu Chaudry, 55 Min.

Die Welt steht vor großen Herausforderungen: Die Wirtschaftskrise hat die Weltordnung ins Wanken gebracht und die EuroKrise schwächt den Zusammenhalt Europas. Hinzu kommen die Rebellionen in der arabischen Welt, die nun verstärkt die syrische Regierung zur Zielscheibe von Frust des Volkes werden lassen. Die Folge ist ein blutiger Kampf zwischen Staat und Bevölkerung. Welche Auswirkungen das auf die Welt haben kann und welche Alternativen es gibt bzw. geben muss, stellt dieser Dokumentarfilm sehr eindrücklich dar. Die Macher des Films, Kieler Studenten, werden mit uns über den Film und die Frage, welche Rolle die Wissenschaft dabei spielt, diskutieren.

Land and Freedom, Dienstag 18.12.2012 / 19 Uhr / HS 7 / Campus

Historiendrama, D, GB, Sp 1995 von Ken Loach, 109 Min.

Hoch die Internationale?! Der spanische Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 stellt das herausragende Ereignis in der Geschichte des Internationalismus dar. Insgesamt ca. 45 000 internationale BrigadistInnen schlossen sich zu der damaligen Zeit dem Kampf der demokratische gewählten Volksfrontregierung gegen die faschistischen Putschisten unter General Franco an. In Anlehnung an den Kriegsbericht „Mein Katalonien“ von George Orwell begleitet der Film „Land and Freedom“ einen jungen englischen Kommunisten, welcher sich der revolutionären Miliz der Poum anschließt und in die Wirren des Krieges hineingerät.

Kommentar: Interbrigadas Hochschulgruppe Jena

Kick it like Frankreich – Der Aufstand der Studenten, Dienstag 08.01.2013 / 19 Uhr / Frei(t)raum / Campus

Dokumentarfilm, 2006 von Martin Keßler, 95 Min.

Der Film dokumentiert die Studierendenproteste in Hessen zwischen dem Wintersemester 2003 und 2006, die sich vor allem gegen die Einführung der unsozialen Studiengebühren richteten. Die Doku zeigt dabei auch spektakuläre Höhepunkte des Widerstands in, wie die Blockade der A 66 oder die Besetzung des hessischen Wirtschaftsministeriums. Die Abschaffung der Gebühren in Hessen zeigt, dass studentischer Widerstand wichtig ist und zum Erfolg führen kann. Auch über Hessens Grenzen hinaus.

Neuland, Dienstag 15.01.2013 / 19 Uhr / Jugendzentrum HUGO

Hugo-Schrade-Straße 41

Dokumentarfilm, D 2007 von Daniel Kunle und Holger Lauinger

Ein Bürgermeister ruft nach Kolonisten. Zwei Studenten bauen ihre berufliche Existenz mit Schnecken auf. Ein Planer löscht seine Stadt aus. Ein Arbeitsloser mobilisiert

„Überflüssige“. Ein Rechtsanwalt experimentiert mit Geld. Ein Sozialwissenschaftler spricht von ländlichen Ghettos, Jugendliche über ihre Zukunft in einer sterbenden Stadt. Eine Frau schließt das letzte Kino der Stadt. Ein Bauer kämpft für ein energetisch autarkes Dorf. Eine Kommune zieht in eine ehemalige Puppen-Fabrik. Kulturschaffende wehren sich gegen Nazis. Neue Siedler besetzen ländlichen Raum. Sie alle leben in… Neuland. Werden wir verschiedene Gesellschaften in unterschiedlichen Räumen haben? Die Kommunen sind aussichtslos verschuldet. Zunehmend können Infrastrukturleistungen nicht mehr aufrecht erhalten werden. Den disparaten Regionen laufen die Menschen davon. Wenn aber „Gleichwertigkeit“ nicht mehr garantiert wird, könnte dann aus dem „Schattenreich der Globalisierung“ nicht auch ein „Neuland“ für Experimente, Lebens- und Arbeitsweisen jenseits bzw. parallel der aktuellen Vergesellschaftung entstehen? Neuland ist ein Reisebericht durch die ostdeutsche Transformationslandschaft. Die Verdichtung von Realitätsfragmenten unterschiedlicher Akteure, von Pionieren und ihren Projekten regt an, Neuland zu denken.

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