Sarrazin kommt nach Jena – Rassistischen Konsens druchbrechen!

Thilo Sarrazin, ehemaliger Bundesbanker und unbelehrbarer Rassist, kommt nach Jena. Sein Ziel: Die Aufmerksamkeit, die seinem ersten Buch zu Gute kam, zu nutzen und so aus seinem neuen Buch Kapital schlagen. Dabei wird er sich abermals zum Wirtschaftsweisen verklären und sich das Siegel eines von der vermeintlichen „Political Correctness“ Verfolgten anheften. Diese mittlerweile nicht mehr ganz neue Taktik europäischer RechtspopulistInnen und RassistInnen, sich zu Opfern der öffentlichen Meinung umzudeuten, mag einige in die Irre führen – uns nicht! Sarrazin ist und bleibt Rassist. Auch wenn sein neues Werk kein Lehrbuch der nationalsozialistischen Eugenik und Rassenhygiene mehr ist, kann er aus seiner rassistischen Weltanschauung doch keinen Hehl machen: „Objektive Faktoren sind für diese Unterschiede nicht maßgebend, vielmehr ist es die Mentalität der Völker. Im Durchschnitt kann man sagen, dass finanzielle Solidität in Europa umso ausgeprägter war und ist, je sonnenärmer das Klima und je länger und dunkler der Winter.“ Er stellt die These auf, dass die aktuelle Krise in direktem Zusammenhang mit der „südländischen“ Mentalität steht. Denn nach Sarrazin sind die schwachen Volkswirtschaften der durch die Krise besonders gebeutelten Staaten auf ihre „Faulheit“ zurückzuführen. Er versucht also in das selbe rechtspopulistische Horn von Bild-Zeitung und Co. zu blasen und uns die Mär vom „faulen Griechen“ aufzutischen. Wir wissen aber, dass nicht die Lebensgewohnheiten und „Siestas“ der arbeitenden Bevölkerung in den entsprechenden Ländern, sondern das kapitalistische Wirtschaftssystem, das auf Kosten der südeuropäischen Bevölkerung gerettet werden soll, selbst der Grund für die Krise ist.
Dass Thilo also zu dieser sogenannten Lesung wenige Tage nach dem Jahrestag der Aufdeckung der faschistischen Morde der NSU alle versammelt, die es sich leisten können und das gerade in Jena tut, hat einen ganz besonderen Charme. In der Heimatstadt der NSU-Mörder, deren Taten gerade noch das Bundesgebiet schockierten, steht sein schick daherkommender Chauvinismus symbolisch für den rechten Konsens, der weite Teile der BürgerInnen der vermeintlichen „Mitte der Gesellschaft“ erfasst. Dieser Konsens muss gebrochen werden – auf allen Ebenen. Rassismus bekämpfen, heißt nicht nur Nazis, Abschiebesystem und Residenzpflicht platt zu machen, sondern auch rassistische Hetze im Alltag zu verhindern!
Gemeinsam mit dem „Bündnis gegen Rechtspopulismus“, in welchem viele Organisationen und Gruppen, die in der antirassistischen Arbeit aktiv sind, vertreten sind, rufen wir zu Protesten rund um den Besuch von Thilo Sarrazin auf. Kommt zu den Kundgebungen am 15.11. ab 18 Uhr rund um das Volkshaus!
Weitere Informationen hier: http://jg-stadtmitte.de/2012/11/09/das-problem-heist-rassismuskundgebung-gegen-die-lesung-von-sarrazin/

Flyer zur Demo am Donnerstag

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