Eine gute Nachricht für Studierende: Das neue Thüringer Hochschulgesetz ist da!

ThürHG-Novelle 290418

Die Jena Basisgruppe des bundesweit organisierten Studierendenverbandes dieLINKE.SDS begrüßt die Verabschiedung des neuen Thüringer Hochschulgesetzes ausdrücklich. „Das neue Gesetz stellt für Studierende in vielen Bereichen eine maßgebliche Verbesserung da und ist insgesamt ein deutlicher Schritt nach vorn.“ freute sich Malte Pannemann, aktiv im SDS und gewähltes Mitglied des FSR Erziehungswissenschaft.

Dank der Neugestaltung der akademischen Selbstverwaltung werden die Mitspracherechte der Studierenden gestärkt. Der von allen Hochschulmitgliedern demokratisch gewählte Senat bekommt endlich wieder mehr Entscheidungsmacht. Darüber hinaus sollen zukünftig alle Statusgruppen paritätisch im Senat vertreten sein. Ein großer Wermutstropfen ist allerdings, dass diese Parität in sämtlichen Bereichen, die Lehre und Forschung betreffen aufgehoben ist und somit in vielen Bereichen umgangen werden kann. Wir halten das entsprechende Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1973 für realitätsfern, da auch Studierende und insbesondere Mitarbeiter*innen zur wissenschaftlichen Arbeit beitragen. Gerade in dem Bereich der Lehre muss Studierenden und Mitarbeiter*innen mehr Mitbestimmung zugesichert werden. Immerhin dürfte die neu eingeführte Landeswissenschaftskonferenz mit Vertreter*innen aller Statusgruppen die Transparenz und Mitbestimmung deutlich verbessern.

In der Vergangenheit herrschten in den Prüfungsämtern teilweise skandalöse Praktiken. Studierende wurden genötigt ihre Krankheitssymptome offen zu legen und die Prüfungsämter maßen es sich an, sich über ärztlich attestierte Krankschreibungen hinweg zu setzen. Im Falle der Prüfungsunfähigkeit wurde nicht selten ein teures Amtsärztliches Attest auf Kosten der Studierenden verlangt. „Dank des neue Hochschulgesetz können wir zukünftig effektiv gegen solche Zustände vorgehen und die Privatsphäre der Studierenden schützen.“, betonte Martin Jäger, aktiv im SDS und gewähltes Mitglied des FSR Psychologie. Das neue Gesetz schreibt vor, dass zukünftig eine Prüfungsunfähigkeitsbescheinigung vom Hausarzt ausreichend ist. Prüfungsämtern ist es nicht mehr erlaubt Symptome zu erfragen. Amtsärztliche Atteste dürfen nur in begründeten Ausnahmefällen und auf Kosten der Hochschule eingefordert werden.

Mit der Einführung der Diversity-Beauftragten wird der Weg geebnet für mehr Vielfalt an den Thüringer Hochschulen. Auch bei der Gleichstellung von Frauen* gab es entscheidende Fortschritte.
Damit nicht genug, nachdem der SDS in einem Bündnis mit der JuSo Hochschulgruppe, der Grünen Hochschulgruppe und vielen weiteren Akteuren jahrelang für die Einführung einer Zivilklausel gestritten hatte, sieht das Gesetz nun vor, dass alle Hochschulen sich eine Zivilklausel geben sollen. „Eine Zivilklausel bedeutet, dass eine Hochschule sich verpflichtet in Forschung und Lehre für den Frieden einzustehen und ausschließlich zu zivilen anstatt zu militärischen Zwecken zu Forschen. Eine solche Verpflichtung ist von zahlreichen Studierenden lange gefordert worden und fand nun Einzug ins Gesetz.“ führt Jessica Hermann aus, Mitglied im SDS und aktiv im FSR Politikwissenschaft. Wir befürchten allerdings, dass die von den Universitäten erlassenen Zivilklauseln alles andere als konsequent sein werden. Deshalb begleiten wir diesen Prozess ab sofort intensiv.

Schließlich trifft das Gesetz eine eindeutige Regelung zum leidigen Thema Anwesenheitspflicht. Zukünftig steht es den Studierenden grundsätzlich frei, ob sie das nötige Wissen durch den Seminarbesuch, das Selbststudium, eine Arbeitsgruppe oder einen Lesekreis erlangen wollen. Eine Anwesenheitspflicht ist nur noch zulässig, wenn wie bei einem Praktikum oder Experiment das Wissen nur durch Teilnahme erlangt werden kann.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Mitbestimmungsrechte der Studierenden gestärkt wurden, die Privatsphäre im Krankheitsfall besser geschützt wird und die Anwesenheitspflicht durch die Freiheit des Studiums abgelöst wurde. Ebenso wurden Fortschritte erzielt in Sachen friedliche Forschung, Gleichstellung von Frauen* und Diversity.

Leider wurden der undemokratische Hochschulrat nicht abgeschafft aber immerhin zu einem beratenden Gremium heruntergestuft. Verbesserungsbedarf besteht außerdem noch bei der Hochschulfinanzierung. Mehr Geld würde die Lehrenden von der aufwändigen Drittmittelakquise befreien und gleichzeitig die Voraussetzung für bessere Beschäftigungsverhältnisse an den Hochschulen schaffen. Dafür müsste sich aber auch die Politik auf Bundesebene ändern.
Auch wenn an einigen Punkten Nachbesserungsbedarf bestünde, stellt die verabschiedete Novelle einen großen Schritt in die richtige Richtung dar.

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Studierende aller Fakultäten vereinigt Euch!

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Morgen geht die Vorlesungszeit weiter und wir treffen uns wie gehabt jeden Montag um 20 Uhr (c.t.) im Seminarraum 1 im Haus auf der Mauer.

Du bist auch der Überzeugung bist, dass jeder Mensch einen uneingeschränkten Zugang zu Bildung haben sollte, Demokratie nicht vor dem Campus Halt zu machen hat und einige Wenige sich niemals auf Kosten der Gesellschaft bereichern sollten? Dann bist du bei uns richtig.

Alle unsere Treffen sind für Interessierte offen, komm einfach vorbei! Wir freuen uns über deine Mitarbeit und sind stets offen für neue Ideen!

Die nächsten Termine:
09.04.18 Erstes Offenes Treffen im Sommersemester
16.04.18 Offenes Treffen: Input und Diskussion
„Wähler*innenschaft der AfD“ 
23.04.18 Offenes Treffen: Input und Diskussion
„Katalanische Unabhängigkeitsbewegung“
30.04.18 Offenes Treffen: Input und Diskussion

#Semesterstart
#organize
#SDS
#KritikAnDieUni

 

Language That Matters – Ein Workshop zu gendergerechter Sprache

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Sprache beeinflusst unser Denken. Durch sie entstehen Bilder in unserem Kopf, die unsere Gedanken formen. Gleichzeitig ist Sprache unser wichtigstes Kommunikationsmittel.
Immer mehr Menschen versuchen, in ihren Formulierungen zu gendern. Das Thema ist hierbei aktueller denn je – und nicht gerade unumstritten: Was soll die Änderung bestimmter Formulierungen in Form von ein paar Satzzeichen bewirken? Was habe ich mit der Gender-Debatte zu tun? Was für verschiedene Formen des Genderns gibt es?
Diese und noch weitere Fragen werden in dem Workshop „Einführung ‚Gendern‘ – Gendergerecht schreiben und sprechen“ von Muriel Aichberger (Sozial-, Kunst- und Medienwissenschaftler mit Schwerpunkt Equality, Diversity und Inklusion) beantwortet.
Nach einer Einführung in die Thematik, wird anhand von Übungen und Beispielen der Umgang mit den verschiedenen Formen des Genderns verdeutlicht.
Da die Plätze in dem Workshop auf 20 Teilnehmer*innen begrenzt sind, bitten wir euch, euch vorher bei uns anzumelden. Die Teilnahme ist kostenlos. 

Der Workshop findet am Dienstag, den 20.02.18 ab 18:30 (c.t.)
im Seminarraum 221 am Campus Carl-Zeiss-Straße 3 statt.

 

Anmeldung:

Da die Veranstaltung in der Vergangenheit liegt,
ist eine Anmeldung nicht mehr möglich.

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch sexistische, homophobe, trans*phobe, rassistische, oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Bildungsprotest Jena – Lernfabriken meutern: Demo am Mittwoch den 21.6.17

Karte

**BILDUNGSDEMO**LERNFABRIKEN …MEUTERN!**MITTWOCH**11 UHR

Diesen Mittwoch ist es soweit!

Die Bildungsdemo für selbstbestimmtes Lernen und Leben startet um 11 Uhr am Holzmarkt.

Anschließend werden wir auf den Campus ziehen um uns auszutauschen und gemeinsam ins Gespräch zu kommen, wie wir uns in den kommenden Monaten und Jahren organisieren können um solidarische Unis und Schulen von Unten aufzubauen.

Dafür brauchen wir eure Ideen und Kritik! Geht mit uns auf die Straße und lasst uns lautstark zeigen, dass wir den ständigen Leistungsdruck nicht hinnehmen werden, denn eine andere Art von Bildung ist möglich und notwendig!

Lasst uns gemeinsam: Lernfabriken …meutern! 

Alle weiteren Infos bei Facebook

 

Für eine Demokratisierung von Lehre und Forschung mit Prof. Dr. Tilman Reitz, Susanne Hennig-Wellsow (MdL) und Malte Pannemann (HoPo Ref)

das Referat für Hochschulpolitik des Studierendenrates der FSU Jena und die Hochschulgruppe SDS laden herzlich ein zu drei kurzweiligen Vorträgen mit anschließender Diskussion.

„Für eine Demokratisierung von Lehre und Forschung“
Mit Prof. Dr. Tilman Reitz, Susanne Hennig-Wellsow (MdL) und Malte Pannemann (HoPo Ref)
Am Mittwoch den 1.2. von 18:00 bis 20:00
In der FSU Jena, Hörsaal 8, Carl-Zeiß-Straße 3

Hier gehts zur Facebook-Veranstaltung

Die Bedeutung der Hochschulen verändert sich. Inzwischen beginnen fast 50% jedes Jahrgangs ein Studium. Die Zahl der Studierenden ist in den letzten Jahrzehnten enorm gestiegen. Die finanziellen Zuwendungen für die Hochschulen aber nicht. Immer mehr Menschen sollen mit einem entsprechend hohen Abschluss qualifiziert werden. Doch die Lehr- und Lernbedingungen werden immer schlechter. Überfüllte Seminare, schlechte Betreuung- und prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind die Folgen.

Gleichzeitig wurden in Deutschland im Windschatten der Bolognareform verschiedene Änderungen durchgesetzt, die die Studienbedingungen zusätzlich verschlechtern: Druckmechanismen wie die Bindung des BAföG an ein Studium in Regelstudienzeit, Bulimielernen im Zuge der hohen Prüfungsdichte, offene und verdeckte Studiengebühren, Anwesenheitspflicht, ein Mangel an Masterplätzen der unausweichlich zu einem Konkurrenzdenken anstatt einem solidarischen Umgang unter Studierenden führt. Das alles und noch viel mehr belastet die Studierenden und mindert die Qualität des Studiums. Laut einer Statistik von Krankenkassen werden Studierende körperlich und psychisch viel häufiger krank als gleichaltrige Nichtstudierende. Studierenden bleiben kaum Möglichkeiten, sich mit eigenen Themeninteressen auseinanderzusetzen. Neben dem steigenden Zeitdruck verhindert auch die Ausdünnung wissenschaftlicher Pluraliät ein kritisches Lernen.

Währenddessen wurden die Möglichkeiten der Mitbestimmung insbesondere für Studierende beschnitten und die akademische Selbstverwaltung intransparenter. So verschlechtern sich die Bedingungen für Lehrende und Studierende und die Möglichkeiten politisch dagegen zu Arbeiten schrumpfen.

Tilman Reitz und Peter Ullrich haben einen Aufschlag „Für eine Demokratisierung von Lehre und Forschung “ verfasst. Wir laden euch ein, mit Tilman Reitz über die Probleme an den Hochschulen zu diskutieren und welche Veränderungen dem Trend entgegenwirken könnten. Außerdem dabei ist Malte Pannemann, der Referent für Hochschulpolitik des Studierendenrates der FSU Jena und Susanne Hennig-Wellsow, die Vorsitzende der Linksfraktion im Thüringer Landtag.

1 Jahr Hochschulpolitik mit #r2g – SDS Jena lädt zur Diskussion

Wir laden herzlich ein zu einer kritischen Diskussion mit Christian Schaft über die Hochschulpolitik des Landes Thüringen. Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag den 3.12.15 um 19 Uhr im Hörsaal 4 in der Carl-Zeiß-Straße 3. Die Veranstaltung findet ihr auch bei Facebook.

schaftiFRONT

Hochschulpolitik ist Ländersache. Hat sich die Hochschulpolitik in Thüringen durch den Regierungswechel überhaupt verändert und wenn ja wie? Wir werden insbesondere über drei Themenblöcke sprechen:

  • Hochschulfinanzierung: Wie steht es zukünftig um die Hochschulfinanzierung, wird der Insel ­Campus gebaut und wenn ja wie wird er aussehen, wie wird das Studierendenwerk finanziert, wie steht es um Transparenz und Mitbestimmung durch die Studierenden?
  • Hochschulreform: Was wird die Reform des Thüringer Hochschulgesetztes bringen, welchen Gestaltungspielraum hat das Land und was wir durch die Europaweite Bolognarefrom
    vorbestimmt.
  • Hochschulzugang: Was sind Hindernisse auf dem Weg zum Hochschulstudium, wie können Masterplätze für alle geschaffen werden, was erleichtert den Hochschulzugang für Geflüchtete?

Christian Schaft beendete sein Masterstudium der Kommunikationswissenschaften an der Uni Erfurt vor einem Jahr und arbeitet seit dem als Abgeordneter im Thüringer Landtag. Wir werden ihm Fragen zu den genannten Themenblöcken stellen. Eure Fragen und Meinungen sind uns willkommen und sollen die Diskussion zu jedem Zeitpunkt der Veranstaltung bereichern.

Donnerstag den 3.12.15 um 19 Uhr im Hörsaal 4 in der Carl-Zeiß-Straße 3

Konferenz zum Bildungsstreik: Wohin steuert die Uni?

wir laden sehr herzlich ein zur Konferenz „Auf zu neuen Ufern – Wohin steuert die Uni“ vom Referat für Hochschulpolitik des StuRa, der Hochschulgruppe dieLINKE.SDS und dem Protestbündnis StEPagainst. 
Vom 20.6. bis zum 22.6. gibt es Workshops und Podiumsdiskussionen. Mehr Infos auch zum Programm gibt es auf der Internetseite wohin-steuert-die-uni.de 

Bereits am Donnerstag den 19.6. wird es eine Podiumsdiskussion zu der Entwicklung der Hochschullandschaft in Thüringen geben. Ab 16 Uhr im HS 5 in der CZS 3 
Für Menschen die von Außerhalb Anreisen gibt es eine Turnhalle zum Übernachten und Essensversorgung. 
 
Wir möchten alle recht herzlich bitten auf die Konferenz aufmerksam zu machen. Leitet diese Mail weiter, nehmt die Veranstaltung in eure Kalender auf, hohlt euch Plakate und Flyer aus dem Arbeitsraum des StuRa in der CZS 3. 
plakat-regionalkonferenz jena

Hier der Ankündigungstext:

Die Bologna-Reform, welche vor 15 Jahren begann, scheint heute kaum noch einen Studi zu interessieren. Schon längst ist man es gewöhnt, dass die Seminare und die Stundenpläne voll sind, kaum jemand von kritischer Wissenschaft spricht und neben dem Studium und dem Arbeiten kaum noch Zeit für andere Dinge bleibt. Die meisten lernen es heute gar nicht anders kennen.

Doch die Hochschule sah nicht immer aus wie heute. Neben der sozialen Offenheit sind auch Möglichkeiten der Mitbestimmung und selbstbestimmten Gestaltung in der umkämpften Institution Hochschule hart erstritten worden. Der Weg zur sogenannten unternehmerischen Hochschule ist ein Prozess, der von Beschlüssen auf Bundes- oder europäischer Ebene auf der einen Seite und Protesten und Bildungsstreiks auf der anderen gezeichnet ist. Nicht zuletzt bilden die aktuellen Hochschulkürzungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und immer weiteren Bundesländern einen sich zuspitzenden Angriff auf Bildung und Wissenschaft.

Wie schätzen wir diese Entwicklungen ein? Was können wir aus der Geschichte lernen? Welche Rolle soll Hochschule in unserer Gesellschaft spielen?

Und vor allem: wie sieht eine Hochschule aus, die offen, demokatisch und kritisch ist?

Diese und viele weitere Fragen wollen wir uns auf der Konferenz in Jena stellen und gemeinsam nach Antworten suchen.