Veranstaltungsreihe zum Frauen*kampftag – We don´t fight for flowers!

Das Jahr 2016 startete beschissen: Mit den Übergriffen der Silvesternacht in Köln, deren rassistische Vereinnahmung sich noch weit ins Frühjahr zog und der Auftakt für all den sexistischen und frauen-, trans-, homo- und interfeindliche Kack. Wir denken an die Wahl von Trump zurück, an den Fall Lohfink, an den Amoklauf im queeren Club „Pulse“ in Florida und an die AfD. Und damit ist die Aufzählung noch lange nicht abgeschlossen.
Wir denken sicher auch alle an Persönliches. An den x-tausendsten dummen sexistischen Spruch, an Herabsetzung, an Nicht-Ernst-genommen-werden, an Gewalt und Hass und daran, wer hier immer noch die Hausarbeit alleine macht und weniger verdient.
Wir dürfen nicht aufhören, solche Zustände anzuklagen und in die Öffentlichkeit zu tragen. Dabei soll es allerdings nicht bleiben: Wir müssen gemeinsam in die Zukunft schauen, unsere (Zwischen)Erfolge feiern und trotzdem weiter kämpfen und streiten.
So erlebten wir mit der Kampagne #ausnahmslos, die sich ausgehend von Köln gegen Rassismus, Sexismus und sexualisierte Gewalt aussprach, die erste große und medial wirksame feministische Kampagne 2016. Das deutsche Sexualstrafrecht ist bei „Nein heißt Nein“ angekommen, tausende Pol*innen demonstrierten erfolgreich gegen die Verschärfung des ohnehin restriktiven Abtreibungsrecht, die selbst ernannten „Lebensschützer“ bekamen bei ihren Märschen ordentlich feministischen Gegenwind, es gab einen großen und kraftvollen Protest von Betroffenen des Teilhabegesetzes gegen eben dieses und zum Frauen*kampftag am 8. März gab es viele kämpferische Demonstrationen und Aktionen.
Feministische Solidarität, Vernetzung und eine gemeinsame feministische Offensive gegen herrschende Missstände im Alltag oder in der Gesellschaft haben auch unser Jahr 2016 geprägt – und so soll es auch 2017 weiter vorwärts gehen. Im Februar starten wir wieder unsere feministische Veranstaltungsreihe in Thüringen, wollen Menschen erreichen und zusammen bringen, wollen gemeinsam demonstrieren, diskutieren und feiern – ob zum Frauen*kampftag oder gegen die Einschränkung unserer Rechte. Und: Wir wollen deiner Stimme Raum geben und gemeinsam mit dir offensiv für eine feministische Perspektive eintreten. Los gehts!

Hier könnt ihr das Programmheft durchblättern und uns auf Facebook folgen.  Eine gute Übersicht und weiter Veranstaltungen findet ihr außerdem auf dem Blog des Bündnisses

Un_Möglichkeit von Heterobeziehungen – Machtgefälle im Zwischenmenschlichen

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Die Grundlage des westlichen Patriarchats sei die männliche Ausbeutung der weiblichen „love power”, so Jónasdóttir. Frauen*, die mit cis-Männern* engere und/oder sexuelle Beziehungen (Partner- und Freundschaften) eingehen, sind vom Patriarchat in einer bestimmten Weise betroffen. In dem Workshop möchten wir diese höchstprivate Angelegenheit, die mit diversen Vorstellungen über Liebe, Begehren, Freundschaft, Bindung, Intimität und Miteinander einhergeht, politisch diskutieren und gemeinsam erforschen, inwiefern das Machtgefälle zwischen den Geschlechtern im Patriarchat die Art und Weise, wie wir unsere Beziehungen erleben, prägt, wie wir damit umgehen und ob/wie wir aus diesem asymmetrischen Machtverhältnis rauskommen können. Zusätzlich zum patriarchalen Machtgefälle werden auch intersektionale Machtgefälle angerissen. 

Montag den 14.3.16 um 14 Uhr 
Seminarraum 307, Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
mit Kübra Cig
diese Veranstaltung findet ihr auch bei Facebook

„Pick-Up-Artists“ und Casanovas – eine künstlerische Technik der Liebe?

Die Studierendenschaft der Universität Frankfurt berichtete in ihrer „AStA-Zeitung“ Ende letzten Jahres über sogenannte „Pick-up-Artists“, die als sexistische Aufreißer ihr Unwesen am Campus trieben. Gegen diese Kritik geht der benannter Pick-up-Artist B. nun juristisch vor. Das Oberlandesgericht Frankfurt/Main sprach eine einstweilige Verfügung aus, weil Kritik an Sexismus an Hochschulen nicht unter das hochschulpolitische Mandat der Studierendenschaft fallen würde. Sexismus am Campus und darüber hinaus halten wir für hochschul- und gesellschaftspolitisch relevant. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit anderen studentischen Organisationen die betreffenden Artikel veröffentlicht. Der inhaltlichen Kritik an der Pick-Up-Szene, Sexismus und sexualisierter Gewalt soll eine breite Öffentlichkeit verschafft werden. Wir halten es im Gegensatz zum Gericht für absolut notwendig, dass sich auch studentische Organisationen mit diesem Thema auseinandersetzen und über die Gefahren aufklären, die von derartigen Gewalttätern ausgehen.

Text: fantifa.frankfurt, Juni 2015

In dem von der AWO getragenen Verein K12 (Kriegkstraße 12) im Frankfurter Gallus gibt es jüngst Auseinandersetzungen um die politische Ausrichtung des Vereins. Ende 2014 übernahm ein neuer Vorstand ruckartig die Leitung des Vereins. In dem neuen Vorstand der Kriegkstraße 12 ist ein selbsternannter „Pick-Up-Artist“ der Frankfurter Flirtagentur xxxx aktiv. Die Agentur möchte Männern* Techniken vermitteln, um „Frauen zu verführen“ xxxx. Der aktuelle Vorsitzende des K12, xxxx, verharmlost die Aktivitäten seines Mitstreiters xxxx und behauptet in der Frankfurter Rundschau xxxx sei „nicht frauenfeindlich”.

Die Pick-Up-Szene und somit auch xxxx als ein Teil von ihr ist jedoch selbstverständlich frauen*feindlich. Etwas anderes zu behaupten ist nicht nur naiv, sondern viel mehr Ausdruck eines reaktionären und sexistischen Gesellschaftsverständnisses, welches leider noch viel zu oft geltende Normalität für sich beanspruchen darf und kann.

Das Selbstverständnis des, von Jusos in der SPD dominierten, neuen Vereins in der Kriegkstraße lautet auf Facebook unter anderem:  „Wir wollen es nicht einfach hinnehmen, in einer Gesellschaft zu leben, die auf der wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Missachtung Einzelner oder ganzer Gruppen aufbaut.“ Doch die sogenannte „Pick-Up-Szene“ baut auf genau solch einer politischen Missachtung der Rechte, Haltungen und Mündigkeit von Frauen* auf. Wie passt das zusammen?

Die „Pick-Up-Szene“ im Allgemeinen und xxxx Arbeitsgeber, die Agentur xxxx im Besonderen, sind nicht lediglich für „Flirt-Coachings“ zuständig, wie es in der FR heißt. Ziel der Szene ist es, in kürzester Zeit mit so vielen Frauen* wie möglich zu schlafen, bzw. sie zu letzterem auf mehr oder weniger subtile Weise zu zwingen.

Die „Pick-Up-Szene“ wurde vor allem durch ihren bekanntesten Vertreter, xxxx bekannt. Jener ruft unter anderem in seinem Unternehmen xxxx offen, direkt und ohne Scheu zu Vergewaltigung an Frauen* auf. In den Coaching Seminare empfiehlt jener selbsternannte Frauen*versteher den Männern*, Frauen* mit Gewalt – sein bekanntester „Trick“ ist der Würgegriff – zum Sex zu bringen; getreu nach dem Motto „sie wolle es doch auch“. Ein YouTube-Video von xxxx zeigt ihn in einer Fußgängerzone Tokios, wie er Frauen* am Nacken packt und ihre Köpfe in seinen Schoß drückt.

Mit Flirten, Koketterie oder auf gegenseitigem Respekt aufbauender erotischer Annäherung hat das nichts zu tun. Daher verwundert es nicht, dass xxxx den Ausdruck „Verführen“ für sich in „Führen“ umgewandelt hat; Frauen* bekäme man schließlich nur ins Bett, wenn man sie „führen“ könne. Sein Ziel: Macht über Frauen* und ihre Körper auszuüben, Dominanz auf Widerstand aufzubauen (denn ein deutliches „nein“ der Frauen* sei nach xxxx erst der genuin weibliche Ausruf des Wunsches nach Sex), Unterdrückung und Vergewaltigung zum männlichen Prinzip zu erklären.

xxxx Coaching in der Agentur xxxx in Frankfurt am Main tritt in harmlos erscheinendem Gewand auf. Laut xxxx ginge es bei dem „Pick-Up-Coaching“ darum, „man selbst zu sein“ und „in sich selbst zu investieren“. „Authentizität“ sei ihm wichtig, denn nichts sei schlimmer als „Fake“. „Man selbst sein“ ist selbstverständlich nur Männern* vorbehalten, denn es ist nach xxxx Ausdruck der Männlichkeit per se. Wenn eine Frau* meint, Mündigkeit und eigene Entscheidungskraft sei Ausdruck ihrer selbst, so weiß xxxx sofort, dass dies nur eine „Masche“ ist. Sagt eine Frau* nein zu seinen „Flirtversuchen“, so ist dies für ihn erst recht Anreiz, sie weiter zu belästigen. In einem von der ARD gedrehten Videoclip von 2014 ist xxxx- zusehen, wie er Frauen* in der Frankfurter Fußgängerzone anspricht. Zu seiner „realness“ gehöre es „ehrlich zu sein“, indem er Frauen*, die ihm gefallen – diese sind, wie nicht anders zu erwarten, alle dem normativen Schönheitsideal entsprechend jung, dünn und großbusig – sage: „Hey, du hast schöne Brüste, einen schönen Hintern.“ Von Gewalt in der Szene distanziere sich xxxx. Mit „ein bisschen Humor“ könne er auch erfolgreich sein. Das Ziel, möglichst viele Frauen* ins Bett zu kriegen, teilt xxxx. Er selbst glaubt bloß, er besäße einen „Werkzeugkasten“ (xxxx), der physische Gewalt an Frauen* nicht benötige. Selbst wenn dem so wäre, dann ist und bleibt die Art und Weise der Überredung, der Belästigung, der Einengung – all das was die „Pick-Up-Artists“ verharmlosend „Techniken“ nennen – schlechterdings auch Gewalt.

Pick-Up-Artists“ wie xxxx versprechen Männern* mit den richtigen „Skills“ hundertprozentigen „Erfolg“ bei Frauen*. Sie glauben daran, dass sich Flirten und Koketterie professionell technisieren ließe und durch die Anwendung der Techniken Frauen* „nicht anders können“ als sich von ihnen “verführen“ zu lassen. Durch diesen Glauben an die immer gleiche Wirksamkeit der redundanten Flirttechniken – xxxx findet jede Frau* die er in genanntem Video anspricht „so verdammt hübsch“ und will mit allen „einen Kakao trinken gehen“ – stellen sich die Männer* als dominante, wissende Akteure dar, während Frauen* zu austauschbaren Waren objektiviert werden. Denn wenn ein und dieselbe Technik für alle Frauen* gültig sein soll, dann müssen die Pick-Up-Artists ihrer eigenen Logik nach annehmen, dass alle Frauen* gleich sind; ergo keine individuellen Subjekte. Andernfalls bräuchten sie Millionen verschiedene Techniken oder müssten anerkennen, dass Flirten nur dann Flirten ist, wenn alle Beteiligten es wollen.

Das von dem Soziologen Georg Simmel beschriebene Spiel zweier (oder mehrerer) Flirtpartner*innen hingegen basiert fundamental auf der Möglichkeit, sich mündig für oder gegen einen Flirt zu entscheiden. Das Flirten ist für Simmel deswegen interessant und zuweilen erotisch, weil es stets mit der Ungewissheit operiert, ob die andere Person sich annähern wird oder nicht. Ungewiss ist das Begehren der anderen Person also, weil ich von der Möglichkeit ausgehen muss, dass sich die andere Person jederzeit abwenden kann.
Diese Ungewissheit und die stets anwesende Möglichkeit, nein zu einem Flirt zu sagen, kann es im „Pick-Up-Coaching“ nicht geben, sonst wäre die erfolgsversprechende Technik keine Technik mehr und die Anwendung derselben scheiterte. Daher bauen xxxx Anmachen und die seiner Kollegen fundamental auf einer Machtasymmetrie auf: Frauen* sind „Objekte“, deren mögliches „Nein“ ohnehin nicht akzeptiert wird, da es in der Technik der Pickup-Artists nicht vorgesehen ist, weil Männer* die aktiven Subjekte sein sollen.

Seltsam mutet in diesem Kontext zudem die Selbstbezeichnung „Artist“ an: Ist jemand, der für sehr viel Geld lernt, wie man Frauen* ins Bett kriegt, ein Künstler? Was hat das Erlernen von Techniken der Unterdrückung mit Kunst zu tun? Ist es kreativ, zwanzigmal täglich Frauen* mit dem gleichen Spruch anzumachen?

Unbeachtet bleibt, und das ist trotz der widerlichen Tragik dieser Szene interessant, dass durch die Betonung des Coachens, Lernen, Weiterbildens und Bearbeitens von Maskulinität und Männlichkeit sich letztere noch in ihrer zwanghaft heterosexuellen Typologie als eine Geschlechtlichkeit herausstellt, die nicht qua Geburt gegeben ist, sondern erlernt werden muss. Schließlich können, so xxxx Co, alle Männer* die zuvor schüchtern, zurückhaltend und emphatisch waren – in den Pick-Up-Artist Augen also unmännlich – lernen, „richtige Männer“ zu sein.

In diesem Sinne ist xxxx als Teil der „Pick-Up-Szene“ Ausdruck eines antifeministischen Roll-Backs, an dem sogenannte Maskulinisten, die selbsternannten Gender-Gegner beiPEGIDA, HoGeSa, AfD, CDU, CSU (usw.!), aber auch der allgemeine konservative Normalzustand, beteiligt sind.

Den selbsternannte Verführungskünstlern und Maskulinisten sei hiermit der Kampf angesagt.

Für eine Flirtkultur der Mündigkeit und Lust aller Beteiligten, gegen gelebte Omnipotenz- und Vergewaltigungsphantasien.

„PICK-UP-ARTISTS“: EIN FRAGWÜRDIGES PHÄNOMEN VON „VERFÜHRUNG“

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Bild: ChowFanGirl12

Die Studierendenschaft der Universität Frankfurt berichtete in ihrer „AStA-Zeitung“ Ende letzten Jahres über sogenannte „Pick-up-Artists“, die als sexistische Aufreißer ihr Unwesen am Campus trieben. Gegen diese Kritik geht der benannter Pick-up-Artist B. nun juristisch vor. Das Oberlandesgericht Frankfurt/Main sprach eine einstweilige Verfügung aus, weil Kritik an Sexismus an Hochschulen nicht unter das hochschulpolitische Mandat der Studierendenschaft fallen würde. Sexismus am Campus und darüber hinaus halten wir für hochschul- und gesellschaftspolitisch relevant. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit anderen studentischen Organisationen die betreffenden Artikel veröffentlicht. Der inhaltlichen Kritik an der Pick-Up-Szene, Sexismus und sexualisierter Gewalt soll eine breite Öffentlichkeit verschafft werden. Wir halten es im Gegensatz zum Gericht für absolut notwendig, dass sich auch studentische Organisationen mit diesem Thema auseinandersetzen und über die Gefahren aufklären, die von derartigen Gewalttätern ausgehen.
VON CHRISTINA SCHMIDT

Flirten – diese erotisch konnotierte Annäherung zweier Personen ist in unserer heutigen Gesellschaft alltäglich. Es geht um das Spiel zwischen zwei Personen mit dem Ziel, sich näher zu kommen, sei es verbal oder physisch.

Die schöne und auf Freiwilligkeit basierende Auseinandersetzung mittels des Flirtens kann aber auch missbraucht werden, durch perfide Methoden, die alles andere als ein prickelndes Gefühl hinterlassen, sondern Angst und Bedrängung als Mittel zum Zweck haben: die Annäherung an eine andere Person, die im Geschlechtsverkehr mit eben jener Person enden soll. Diesen Missbrauch des Flirts zeigen par excellence die aktuellen Situationen zwischen so genannten „Pick-Up-Artists“ und Frauen*.

Pick-Up-Artists sind Männer*, die der gleichnamigen Szene angehören. Die Szene ist aufgeteilt in so genannte „Gurus“ und „Anhänger“. Die „Gurus“ versprechen den „Anhängern“, ihnen in Seminaren und Workshops zu mehr Selbstbewusstsein und zur Stärkung des eigenen „Ichs“ zu verhelfen. Dies soll geschehen, damit die Seminarbesucher* in der Lage sind, Frauen* anzusprechen und diese schlussendlich ins Bett zu bekommen. Hinter dieser Methodenvermittlung und Selbstbewusstseinsstärkung stehen Taktiken, die auf der Erniedrigung und Bedrängung von Frauen* beruhen und Gewalt an Frauen* miteinschließen. Hiervon wird sich seitens der Szene allerdings deutlich distanziert.

Dabei zeigen Taktiken, die in der Szene als „push&pull“, „freezing“ und „last resistance“ bezeichnet werden, den manipulativen Moment eindeutig, der von Sexismus strotzt. Die Taktik des „push&pull“ sieht ein stetiges Anlocken und Wegstoßen der Frau* vor. Zunächst macht sich der Mann*, der Pick-Up-Artist, durch Komplimente, welche an die Frau* gerichtet sind, attraktiv und gewinnt ihre Aufmerksamkeit. Hat er diese, beginnt der „push“-Teil, in dem er der Frau* Beleidigungen an den Kopf wirft, um sie danach wieder mit Komplimenten an sich heran zu ziehen – der „pull“-Teil. Die absurd erscheinende Taktik findet in der Szene ihre präsenteste Anwendung, wie auch Leonie Viola Thöne, die mit 22 Jahren eine Doktorarbeit über die „Pick-Up-Szene“ schrieb, in einem Interview bestätigt1. Weitaus unfassbarer erscheint die „freezing“-Taktik. Freezing basiert auf totaler Ignoranz und dem Brechen der Situation in der sich PUA2 und Frau* befinden. Stellt man sich folgendes Szenario vor, wird die Taktik deutlich: Ein Pick-Up-Artist befindet sich in einem öffentlichen Raum, beispielsweise in einer Bar. Eine Frau* wird auf ihn aufmerksam und signalisiert ihm dies durch häufiges Ansehen, Lächeln oder auf eine andere Art und Weise. Der Pick-Up-Artist, der in den vorher besuchten Seminaren eben solche vermeintlichen „Signale“ zu erkennen „lernt“, registriert das Verhalten der Frau*, reagiert darauf durch ähnliche „Signale“, wie einem Nicken, Lächeln, etc., einmalig und bricht danach die Situation, indem er sich woanders hinstellt und die Frau* ignoriert. Dem Denken der Pick-Up-Artists zufolge, erhöht dieses Verhalten das Interesse der Frau*, sodass das Ziel des Pick-Up-Artist, Sex, im Prinzip schon erreicht sei. Auf die Spitze getrieben wird dieses Denken durch die Taktik „last resistance“. Diese kommt zum Einsatz, wenn es der Pick-Up-Artist geschafft hat, in die Wohnung der Frau* mitzukommen3. Kommt es nun dazu, dass Mann* und Frau* kurz davor sind miteinander zu schlafen, die Frau* dann aber doch zögert, setzt die „last resistance“ Taktik ein. Diese setzt sich aus „push&pull“ und „freezing“ zusammen. Nach der Theorie der Pick-Up-Artist-Szene kommt es nach einer „angemessen“ langen Ausführung dieser Taktik, dies kann bis zu zwei Stunden dauern, zum, vom Pick-Up-Artist angestrebten, Beischlaf.

Die wie ein Spiel wirkenden Taktiken sind üble und unangemessene Verhaltensweisen, die das Ziel verfolgen, dass die gegebene Situation zwischen Pick-Up-Artist und Frau* einzig von dem Mann* beherrscht wird. Gefühle werden dabei, zumindest von Seiten des PUAs, außer Acht gelassen. Selbst wenn es in jenen Situationen auch bei den PUAs um Gefühle ginge, steht hinter den Verhaltensmustern eine ausgeprägte Form von Sexismus, bei der hegemoniale Männlichkeit und männliche Herrschaft kontinuierlich reproduziert werden. Diese Reproduktion eines unausgewogenen Herrschaftsverhältnisses zwischen Mann* und Frau* zeichnet sich in der Angst der Pick-Up-Artists vor einer so genannten „Betaisierung“ ihres Selbst durch die Frau* aus. Betaisierung heißt hier „die Untergrabung ihrer Männlichkeit durch das vermeintlich schwächere Subjekt“(Leonie Viola Thöne). Die Männer* bezeichnen sich selbst als „Alpha“, eine Tatsache, die auf ihr Verständnis von einer „normalen Ordnung“, einer zweigeschlechtlichen Gesellschaft, schließen lässt, konkret zudem eine Reproduktion von hierarchischer Ordnung bedeutet.

Macht über die Situation und Erniedrigung als Ziel

Das Phänomen der Pick-Up-Artists kommt nicht von ungefähr. Entstanden in den 80er Jahren, bekommt die Szene ihr Fundament durch Ross Jeffries, einem Dating Coach, der Anmachstrategien in seinem Buch „How to get the Woman to desire you in Bed“ veröffentlicht und diverse Strategien, die der Neurolinguistischen Psychologie zuzuschreiben sind, in seiner Schrift „Speed Seduction“ zusammenfasst. Neurolinguistische Psychologie beinhaltet die Methode der Neurolinguistischen Programmierung, welche die Umprogrammierung des Gehirns mittels Sprache vorsieht.

Neben Ross Jeffries ist auch De Lewis Payne, ein Schüler von Jeffries, Begründer der Szene. Payne gründete die Newsgroup alt.seduction.fast (asf), das erste Netzwerk aus Blogs, Internetforen und Mailinglisten. Eine Plattform, die einen Austausch von Anmachstrategien, Erfahrungen und Erlebnisberichten ermöglicht.

Der prominenteste Vertreter der Pick-Up Szene in der heutigen Zeit ist Julian Blanc. Ein Mann, Mitte 20, aus den USA stammend und so genannter „Guru“ der Szene. Er ist der bekannteste Vertreter der Szene, in der Öffentlichkeit aktiv und in seinem erniedrigenden Verhalten gegenüber dem anderen Geschlecht kaum zu übertreffen. Seine Taten waren bis vor ein paar Monaten im Netz zu sehen und vielfach angeklickt. Blanc spazierte durch Bars und Clubs, packte Frauen am Hals und drückt ihre Gesichter in seinen Schritt – und ließ die Köpfe der jeweiligen Frauen erstmal dort. Dies ließ er filmisch dokumentieren und ins Netz stellen. Die Tatsache, dass diese Aufnahmen mittlerweile gelöscht sind, macht die abscheuliche Tat nicht vergessen. Angeklickt wurden die Videos oft genug. Julian Blanc propagiert Verführung als ein Richtungsweisen der Frau*, die es nach seinem Verständnis „ja auch wolle“. Eben jenes Richtungsweisen der Frau* beruht allerdings auf physischer und verbaler Gewalt, sowie einer gewaltvollen Überschreitung gesetzter Grenzen, sowohl in Bezug auf den jeweiligen eigenen Raum, als auch auf einen generell respektvollen Umgang mit Menschen.

Von einem gewaltvollen Missbrauch von Frauen* wird sich seitens der Firma Real Social Dynamics, der Blanc angehört, strikt distanziert. Diese Distanzierung entpuppt sich allerdings als reine Fassade, wenn man* die Glaubenssätze4, die Blanc in seinen Veranstaltungen vermittelt, betrachtet. In eben jenen Veranstaltungen vertritt Blanc Gewalt an Frauen* als anwendbare und akzeptable Methode, die Mann* anwenden könne, um sein „Ziel“ zu erreichen5. Somit sei Gewalt an Frauen*, im Sinne der Pick-Up-Artists (!), vertretbar.Mittlerweile ist Julian Blanc der Vergewaltigung angeklagt.

Altes Thema – neue Methoden

Die Frage, ob das Phänomen der Pick-Up-Artist-Szene ein neues ist, muss verneint werden. Der Inhalt dieser Szene, deren tatsächlicher Gehalt Sexismus ist, ist nicht erst mit Ross Jeffries entstanden. Bereits frühe Casanovas und Schürzenjäger, die in der Literatur und in der Geschichte auftauchen, können als die Ursprungsform eines Pick-Up-Artists bezeichnet werden. Gleichwohl deutlich gemacht werden muss, dass die heutige Gesellschaft von (alltäglichem) Sexismus strukturell durchzogen ist. Folgt man der sozialpsychologischen Definition von Sexismus, so lässt es sich in breiter Form als eine „stereotype Einschätzung, Bewertung, Benachteiligung oder Bevorzugung einer Person allein auf Grund ihrer Geschlechtszugehörigkeit“6 definieren. Sexismus beinhaltet ebenso eine stetige Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Rollen, wobei diese Aufrechterhaltung meist Frauen* in untergeordnete Rollen und in Positionen mit weniger Macht drängt, als Männer*7

Diese Vorgänge waren und sind im gesellschaftlichen Kontext stets zu beobachten und wurden somit von der Pick-Up-Artist-Szene nicht neu erfunden. Das Neue an den Vorgängen der Szene sind die strukturellen und szenischen Vorgehensweisen der Männer*. Es gibt festgesetzte Sprüche, so genannte „Opener“, die ein Gespräch eröffnen sollen, ebenso wie genannte Taktiken (s.o.), die Teil der Ideologie8 der Szene sind. Ebenfalls neu an dem Phänomen der Pick-Up-Artist-Szene ist die Präsenz der „Artists“ in Medien, sozialen Netzwerken, Foren und Blogs, die sich nicht lediglich auf angelegte Profile etc. beschränkt. In den Blogs und Foren werden erlebte Situationen mit Frauen en détail geschildert eindeutig dargestellt. Konkret bedeutet dies eine Diskriminierung und Bloßstellung der Frauen*, die nicht davor scheut jedes kleinste Detail zu benennen. Es wird sich mit dem Erlebten gebrüstet, wie auch eine Verherrlichung stattfindet, nach dem Motto „je mehr [Frauen*], desto besser“9. Die Reproduktion von männlicher Herrschaft und hegemonialer Männlichkeit ist dabei zentral und stets existent10. Des Weiteren sprechen Pick-Up-Artists dem, in ihren Augen, vermeintlich schwächeren Geschlecht jeglichen Subjektstatus ab. Die Frau* wird zum Objekt der Verführung seitens der Männer*. Pick-Up-Artists verstehen ihre Taktiken und Methoden als Mittel zur Verführung, die sich, im Sinne der „Artists“, in eben jenen Methoden und Taktiken äußert. Durch die Tatsache, dass stets die gleichen Methoden angewendet werden, gibt es keine Unterscheidung zwischen Persönlichkeiten, Charakterzügen, Verhaltensweisen etc. der Frauen*. Im Denken der Pick-Up-Artist-Szene sind alle Frauen* mit gleichen Methoden und Taktiken zu „verführen“. Dies ist der Beleg dafür, dass Frauen* in dieser Szene kein individueller Subjektstatus zugesprochen wird.

Vertreter der Szene sind auch in Frankfurt zu finden, die sich als Pick-Up-Artists bezeichnen, der Ideologie folgen und dies auch öffentlich ausleben. Marko M., der sich auf seinem „Künstler“-Profil, im sozialen Netzwerk Facebook, Marko Polo nennt, ist einer von ihnen. Auf seiner Seite bedankt sich Marko M. für die Bezeichnung als „Hot Bitch slayer“. Andererseits schreibt er, dass er es sich zur Aufgabe gemacht hat, Männer* dazu zu bringen, dass sie sich wieder trauen, sich zu verlieben. Zudem brüstet er sich damit, dass er jede Frau* ins Bett bekommen kann, wie er in einem WDR-Interview mit den Worten „absolut jede“ deutlich klarstellt11. Außerdem folge er dem Credo der Szene, dass Mann* die Frau* besser hinterlassen solle, als er sie vorgefunden habe12, ebenso wie er der Ansicht ist, dass man* die Frau* glauben lassen kann, dass ihr Wert über dem des Mannes* steht. Dies nimmt er in genanntem WDR-Interview als Beispiel dafür, dass er sich von sexistischen Ansichten und gewaltvollen Taten seitens der Pick-Up-Artists gegenüber Frauen* distanziere13. Das Sprechen über Werte zweier Geschlechter, vor allem in der Darstellung wie Marko M. sie aufzeigt, zeugt schon von einem Hierarchieverhältnis, welches durch eine solche Aussage produziert und reproduziert wird.

Ein zweiter öffentlich auftretender und bekennender Pick-Up-Artist ist B.., zugehörig zur Dating-Agentur „Casanova Coaching“ von Maximilian Pütz, Mitbegründer der deutschen Pick-Up-Artist-Szene, und Studierender der Goethe Uni. In einem von der ARD produzierten Videoclip14, erschienen im Jahr 2014, spaziert der Frankfurter Studierende über die Zeil und spricht Frauen* an. Anstelle eines „Hallos“ oder einer sonstigen Anrede, äußert er Sätze wie „Man muss ehrlich und direkt und einfach ein Mann sein“ oder „Ich habe dich gerade gesehen und du bist super hübsch. Und für solch ein Kompliment musst du dir doch einfach Zeit nehmen“. Die angesprochenen Frauen* lachen meist, gucken weg, gehen weiter oder lassen sich Ausreden einfallen, um darauf nicht weiter eingehen zu müssen. B.s „Daygame“, wie die Anmache am Tag in der Szene bezeichnet wird, scheint einfach, verschleiert aber die Bedrängung und Grenzüberschreitung, die dahinter steht. Auf seiner „Casanova Coaching“ Seite spricht er von dem Mut, Frauen* anzusprechen, von eigenen Erfahrungen und von der Verwandlung der Frau* vom hässlichen Entlein am Tag zum schönen Schwan in der Nacht. Das „Nightgame“ dürfte nach dieser Aussage bei B. wohl ganz anders aussehen. Das Problem hinter der banal erscheinenden „Anmache“ von B. ist, dass nicht verstanden wird, welchen Inhalt diese „banale Anmache“ hat. Der Sexismus, der dabei offen ausgedrückt wird, wird verkannt. So trat B. als Referent auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Mainz auf und hielt einen Vortrag über Kommunikationsstrategien. Dies zeigt die allgemeine Verharmlosung der Pick-Up-Artist-Szene in der Gesellschaft, wie auch in Institutionen wie beispielsweise der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Die angebotenen Seminare von z.B. Marko Polo, B. oder Maximilian Pütz zeigen ihre Wirkung, wie aktuelle Geschehnisse zeigen. Im April und im Mai gab es an der Goethe Uni Vorfälle, bei denen ein Mann*, der an Pick-Up-Seminaren teilnimmt, Studentinnen* abfing und ansprach.

Franzi N. (21)15, Geschichtsstudentin* der Uni, wurde am 16.April von einem Mann*, der sich als „H.16 aus Kolumbien“ vorstellte, angesprochen. Anfang Mai trat jener Mann* wieder in Erscheinung und sprach Karin P. (24)17 an. Beide Male war sein Verhaltensmuster ähnlich: Er baute eine Szenerie auf, was ein typisches Merkmal von Pick-Up-Artists ist, war freundlich, wirkte unsicher und brachte beide Frauen* in Bedrängnis durch Grenzüberschreitung und verbale und physische Nötigung.

H. ist ein stattlicher Mann mit einer Größe von etwa 1,85m, mit sonnengebräunter Haut, braunen Augen, einer beginnenden Glatze, die übrigen Haare sind schwarz, und einem freundlichen Schmunzeln im Gesicht. Er sprach Franzi gegen 17 Uhr auf dem IG-Farben Campus an. H. wirkte unsicher, lief aber, nachdem er Franzi entdeckt hatte, geradewegs auf sie zu. Er stellte sich der Geschichtsstudentin* vor und gab ihr die Hand. Die Studentin* wies dies nicht ab, da sie einen Händedruck als „nicht abnormal [ansehe], wenn man sich einer anderen Person vorstellt“18. Anstatt ihre Hand wieder loszulassen, hielt er sie fest und sprach über eine Umfrage, die er mache. Bis zum Gesprächsende ließ H. Franzis Hand nicht los und stand am Ende nur noch 10 cm von ihr entfernt. Die einzige Möglichkeit für Franzi, sich aus der Situation zu befreien, war, sich loszureißen.

Das Treffen zwischen Karin P. und H. fand in der U-Bahn statt. In der Bahn waren insgesamt nur vier Plätze belegt, trotzdem setzte sich H., der sich da als F.19vorstellte, neben Karin, obwohl diese eine große Sporttasche neben sich stehen hatte. Diesmal sprach H. darüber, dass er gerade Deutsch lerne, sich in seiner Aussprache und Artikulation unsicher sei und, dass er am Eschenheimer Tor aussteigen müsse, aber nicht genau wisse wo das sei und Karin daher bat, ihm Bescheid zu sagen. Karin hörte eher desinteressiert zu, bis H. sagte, dass er eine Freundin brauche, mit der er Deutsch sprechen könne und, dass sie ja seine Freundin sein könne. Die Möglichkeit für Karin, sich in dieser Situation zu behaupten, war schlagartig nicht mehr gegeben, sie war verdutzt und fühlte sich zunehmend unwohl. Beendet wurde die Situation, als die Bahn am Eschenheimer Tor ankam und Karin H. sagte, dass er an dieser Station aussteigen muss. H. ist dann tatsächlich auch ausgestiegen. Karin gibt aber zu, dass sie nicht gewusst hätte „was [sie] hätte machen sollen, wenn er sitzen geblieben wäre20“.

Was tun?

Mittlerweile sind Pick-Up-Seminare in ganz Deutschland angekommen. In den Großstädten München, Frankfurt und Hamburg fanden im letzten halben Jahr nach offiziellen Angaben mindestens vier Veranstaltungen statt. Da Seminare nicht nur in geschlossenen Räumen stattfinden, sondern auch auf offener Straße, teils öffentlich zugänglich, teils verdeckt, ist die Dunkelziffer groß.

Ob der Tatsache, dass ein generelles Verbot dieser Seminare aufgrund der Rechtslage nicht möglich ist und das Einreisen von Personen wie Julian Blanc ebenfalls rechtlich erlaubt ist, konnte ein Seminarwochenende der Firma ‚Real Social Dynamics‘ in Frankfurt vom sechsten bis achten März stattfinden. Da der Veranstaltungsort erst bekannt gegeben wird, wenn die Gesamtsumme von 3000 Euro überwiesen wurde (bei Marko Polo und Maximilian Pütz beginnen die Seminarpreise bei rund 500 Euro), baten Oberbürgermeister Peter Feldmann und Frauendezernentin Sarah Sorge in einem offiziellen Brief an alle Hoteliers und Stadtverordneten, jegliche Anfragen der Vaterfirma der Pick-Up-Artists abzulehnen. Das Seminar fand dennoch statt – mitten auf der Zeil. In jenem offiziellen Brief wird die Vorgehensweise der Pick-Up-Artists als „menschenverachtend“ betitelt, in denen „sexuelle Gewalt, Übergriffe und Nötigungen propagiert werden“. Zudem wisse die Polizei um „die Versuche der Pick Upper, in Frankfurt Fuß zu fassen und sei bereit einzuschreiten“.

Die Pick-Up-Artist-Szene muss als gefährlich, menschenverachtend und sexistisch verstanden werden. Es muss eine angemessene Aufklärung über ihre Taktiken, die einzig die Erniedrigung von Frauen* im Sinn haben, stattfinden. Dennoch darf und sollte keine Stigmatisierung aller Männer* stattfinden, die Frauen* ansprechen. Stattdessen muss sich die Handlungsweise der Pick-Up-Artists als falsche etablieren. Der Gebrauch von Methoden, um das Ego, mittels Demütigung und Diskriminierung des anderen Geschlechts, zu stärken, darf nicht akzeptiert werden. Eine Toleranz für Sexismus und sexistisches Verhalten darf es nicht geben.

Der Artikel stamt ursprünglich aus der AStA-Zeitung der Uni Frankfurt am Main

1Das Interview wurde von der Autorin mit Leonie Viola Thöne geführt, ist jedoch öffentlich nicht verfügbar.

2PUA = Pick-Up-Artist

3Es wird sich meistens in der Wohnung der Frau getroffen, anstatt in der des Mannes. Das hat Leonie Viola Thöne bestätigt.

4Glaubenssätze = vermittelte Methoden, Strategien, Informationen, Taktiken etc.

5Leonie Viola Thöne besuchte eine Veranstaltung von Julien Blanc und konnte genannte Tatsache somit im Interview bestätigen

6Werner, Ronny; von Collani, Gernot (2002): Eine deutsche Skala zu ambivalent – sexistischen Einstellungen (Hostilität und Benevolenz) gegenüber Männern* (ASEM), Verlag: Institut für Psychologie, TU Braunschweig

7Vgl.: Glick/Fiske eta. (2000): Beyond prejudice as simple antipathy: Hostile and benevolent sexism across cultures; Journal of Personality and Social Psychology, S. 763, Nr.79

8Ideologie, weil die Szene durch die in den Seminaren vermittelten Glaubenssätze, ihre Ressourcen und ihr Kapital, als sektennah beschrieben werden kann

9Siehe diverse Pick-Up-Artist Foren, bspw.: www.pickupforum.de

10Zum Verständnis: siehe oben und Definition von Sexismus

12Siehe Fußnote 9

13Siehe Fußnote 9// ein eigenes Bild von Marko M.’s Verhalten kann sich auf seinem Facebookprofil „Marko Polo“, seinem gleichnamigen Youtube Kanal oder seiner Website „Progressive Seduction“ gemacht werden

15Name, Alter und Studienfach geändert

16Der Name wird abgekürzt, da die Person öffentlich nicht präsent und aktiv ist. Mit Öffentlichkeit ist hier ein medialer Auftritt in Zeitungen, auf eigenen Websites etc. gemeint, siehe Marko M., B. oder Maximilian Pütz

17Name, Alter und Studienfach geändert

18Zitat aus einem Gespräch, das mit Franzi und der Autorin stattfand

19Aufgrund eines Fotos, das der Autorin vorliegt, ist es sicher, dass H. dieselbe Person wie F. ist

20Zitat aus einem Gespräch, das mit Karin und der Autorin stattfand

Filmvorführung „Audre Lorde – Die Berliner Jahre 1984 bis 1992“

Montag, 22.02.2016, 18.00 – 20.00 Uhr
Treffpunkt: Abbe-Campus, HS 6

„Ich komme zu Euch als Afroamerikanerin, Feministin, Lesbe, Kriegerin, Schwarze Aktivistin, Dichterin, Mutter, Krebsüberlebende“. Audre Lorde war eine Frau, die Kraft aus ihrer Außenseiterposition und ihren verschiedenen Identitäten bezog und eine künstlerisch wie politisch aufrüttelnde Sprache entwickelt hat.

Die Veranstaltung findet ihr auch bei Facebook.

Alle Veranstaltungen rund um den Frauen*kampftag findet ihr hier.

Aufruf zum Frauen*kampftag 2016: „Gemeinsam Grenzen einreißen!“

+++Informationen zu der Veranstaltungsreihe in Thüringen und zu dem Bus nach Berlin zu der Demonstration am 6.3.16 folgen+++

Gemeinsam Grenzen einreißen… überall auf der Welt! Hunderttausende protestierten in Argentinien und Indien gegen Gewalt an Frauen*. Zehntausende in Spanien und Irland demonstrierten für das Recht auf Abtreibung. Aktivist*innen auf den Straßen Berlins stellten sich den selbsternannten Lebensschützer*innen in den Weg. In zahlreichen Projekten weltweit engagieren sich Frauen* für Umweltschutz und menschengerechte Lebens- und Arbeitsbedingungen. In Deutschland streikten Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsberufe für die deutliche Aufwertung ihrer Arbeit. Im kurdischen Rojava kämpfen Frauen* selbstbewusst gegen den IS und bauen demokratische und gleichberechtigte Strukturen auf. Die internationale Frauen*bewegung wächst, vernetzt und organisiert sich.

Feminismus gegen rechts
Wir sehen europaweit einen gefährlichen Aufschwung rassistischer und faschistischer Bewegungen und Parteien. Sie beantworten die soziale Frage nationalistisch und völkisch. Sie greifen Rechte der sexuellen Selbstbestimmung an. Sie wollen alle in ihr reaktionäres Familienmodell pressen und den Sexualkundeunterricht abschaffen. Wir fordern: Weg mit § 218! Für ein Leben und Lieben ohne Bevormundung! Stoppt AfD, NPD und Pegida!

Köln ist überall
Sexismus und Gewalt gegen Frauen* sind keine Importware, sondern allgegenwärtig in Deutschland. #ausnahmslos verurteilen wir Gewalt gegen Frauen* am Arbeits- und Ausbildungsplatz, ‚zu Hause‘, im öffentlichen Raum und in den Medien. Instrumentalisierung von Frauen*rechten für rassistische Hetze weisen wir zurück.

Frauen für den Frieden
Zu allen Zeiten ist der Internationale Frauen*kampftag auch ein Kampftag für den Frieden gewesen. Vergewaltigung wird weltweit als Kriegswaffe eingesetzt. Religiös verbrämte Fundamentalisten wie der IS stehen für die brutale Unterdrückung von Frauen*. Wir wenden uns gegen Krieg, Aufrüstung, Militarisierung und die Instrumentalisierung von Frauen*rechten. Wir fordern: Stopp von deutschen Kriegseinsätzen und Waffenexporten!

Wir wollen Sexismus, Ausbeutung, Diskriminierung, Ungleichheit, rechter Gewalt und Rassismus den Kampf ansagen.

In diesem Sinne: Heraus zum Internationalen Frauen*kampftag!