Männertag? We Don`t Need!

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Heute ist Männertag – genau wie an den restlichen 364 Tagen im Jahr.
Wir leben in einer Gesellschaft, die durch das Patriarchat geprägt ist.
Dies äußert sich tagtäglich durch sexistische Übergriffe, eklatante Lohnunterschiede und Unterdrückung und Diskriminierung von allen Menschen, die nicht cis-männlich sind bzw. sich außerhalb der heteronormativen und binären Logik unserer Gesellschaft bewegen.
Wieso also diesen Tag feiern? Wieso diesen Tag zum Freifahrtschein für Mackertum und Sexismus machen?
Am Männertag gibt es nichts zu feiern – erst recht nicht, wenn Männergrüppchen saufend und mackernd durch die Stadt ziehen, Frauen* belästigen und dabei Grenzen überschreiten.“

Während am Frauen*tag jedes Jahr über Sexismus, Quoten, Kitaplätze und Gleichberechtigung gesprochen wird, zeichnet sich der Männertag durch Saufgelage und andere fragwürdige „Männlichkeitsrituale“ aus. Wäre es nicht viel wünschenswerter, sich mit Themen wie patriarchaler Dominanz und kritischer Männlichkeit auseinanderzusetzen?

Falls ihr auch keinen Bock auf Patriarchat-Partys habt, haltet einfach mal die Augen offen, es gibt auch am „Männertag“ coole Veranstaltungen, die sich kritisch damit auseinandersetzen (Zum Beispiel den Feiertag ohne Macker von Pekari am Faulloch ab 14 Uhr – yeah!).

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FKT2018

Auch über hundert Jahre nach dem ersten Frauen*tag stehen wir in vielen Dingen erst am Anfang. Öffentlich sexistische Äußerungen des us-amerikanischen Präsidenten, Bundestagsfraktionen mit einem Frauen*bild von vorgestern, systematische Unterbezahlung von Care-Arbeit und deren Abwälzung auf Frauen*. Diese Liste ließe sich beliebig verlängern und zeigt, dass viele Errungenschaften von Frauen*bewegungen jederzeit in Gefahr geraten können.
In regelmäßigen Abständen glüht in den Soziale Medien mit Offensiven wie #aufschrei oder #metoo auf, was für viele Menschen alltäglich ist und leider auch noch nach jedem viralen Hashtag alltäglich bleibt: Sexismus, sexualisierte Gewalt und Übergrifflichkeit, Abwertung auf Grund des Geschlechts. Sexualisierte Gewalt ist keine Ausnahme, das Recht auf körperliche Selbstbestimmung wird immer wieder in Frage gestellt. Gesellschaftliche Normen und Werte bestimmen auch weiterhin was als „normal“ und akzeptiert für Frauen* gilt. Patriarchale Strukturen sind allgegenwärtig, sie teilen ein in nur zwei Geschlechter, in zwei entsprechende Verhaltensweisen und in nur eine Sexualität mit bestimmten Lebensentwürfen. Homo-, Bi- Trans- und Interfeindlichkeit sind Ausdruck davon.
Die Rollen, Berufe und Lebensentwürfe vieler Mädchen* und Frauen* scheinen vorbestimmt ein Aufbegehren dagegen muss jederzeit mit allem rechnen, was unsere patriarchale Gesellschaft an Unterdrückung zu bieten hat.
Und dagegen lohnt sich ein Kampf!
All diese Missstände sind in unserem Gesellschaftssystem tief verankert, sie spiegeln sich in Gesetzen, in Wirtschaft, in Politik und Kultur wider, in der Möglichkeit gesellschaftlicher Teilhabe und im alltäglichen Zusammenleben. Es geht deshalb darum, eine Perspektive zu entwickeln, die Mehrfachdiskriminierungen und ihre Verschränkungen im Blick hat. Aus diesem Grund solidarisieren wir uns mit feministischen Bewegungen und Kämpfen weltweit.

Lasst uns jeden Tag zum Frauen*kampftag machen!

#FKT18
#DontFightForFlowers
#RiotsNotRoses

Hier gehts zur Demo:
https://www.facebook.com/events/2095689340476131/

 

Language That Matters – Ein Workshop zu gendergerechter Sprache

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Sprache beeinflusst unser Denken. Durch sie entstehen Bilder in unserem Kopf, die unsere Gedanken formen. Gleichzeitig ist Sprache unser wichtigstes Kommunikationsmittel.
Immer mehr Menschen versuchen, in ihren Formulierungen zu gendern. Das Thema ist hierbei aktueller denn je – und nicht gerade unumstritten: Was soll die Änderung bestimmter Formulierungen in Form von ein paar Satzzeichen bewirken? Was habe ich mit der Gender-Debatte zu tun? Was für verschiedene Formen des Genderns gibt es?
Diese und noch weitere Fragen werden in dem Workshop „Einführung ‚Gendern‘ – Gendergerecht schreiben und sprechen“ von Muriel Aichberger (Sozial-, Kunst- und Medienwissenschaftler mit Schwerpunkt Equality, Diversity und Inklusion) beantwortet.
Nach einer Einführung in die Thematik, wird anhand von Übungen und Beispielen der Umgang mit den verschiedenen Formen des Genderns verdeutlicht.
Da die Plätze in dem Workshop auf 20 Teilnehmer*innen begrenzt sind, bitten wir euch, euch vorher bei uns anzumelden. Die Teilnahme ist kostenlos. 

Der Workshop findet am Dienstag, den 20.02.18 ab 18:30 (c.t.)
im Seminarraum 221 am Campus Carl-Zeiss-Straße 3 statt.

 

Anmeldung:

Da die Veranstaltung in der Vergangenheit liegt,
ist eine Anmeldung nicht mehr möglich.

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch sexistische, homophobe, trans*phobe, rassistische, oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Und täglich grüßt der Sexismus – Feuerzangebowle im Hörsaalkino

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In der vergangenen Woche hat das Hörsaalkino Jena wieder die Feuerzangenbowle in mehreren Aufführungen gezeigt.

Dass der Film ein Nazi-Relikt ist, welches vor NS-Propaganda nur so strotzt, ist nicht neu.
(An dieser Stelle sei auf die kritische Auseinandersetzung des AstA Hamburg verwiesen)
Dass der Film von den Veranstalter*innen nicht kritisch hinterfragt wird, ist auch nicht neu.

Neu sind allerdings die „Mitmachkarten“. Diese Karten fordern das Publikum dazu auf, in bestimmten Momenten bestimmte Aktionen durchzuführen. Zum Beispiel mit einer Klingel zu klingeln, wenn Pfeiffers Wecker klingelt.

Oder eben zu pfeiffen und zu johlen, „immer, wenn ein Frauenzimmer zu sehen ist“.

Die Feuerzangenbowle vertritt ein Frauenbild der 1890er Jahre, welches Frauen aufs Gröbste objektifiziert und sie nur bezüglich ihres Aussehens, ihrer Heiratswilligkeit und dem Wunsch, das „Frauenzimmer“ zu küssen, einordnet und auch nur unter diesen Aspekten im Film auftreten lässt.

Dieses hochgradig frauenverachtende Weltbild zu tolerieren, lehnen wir ab. Es aber durch solche Aktionen aktiv zu unterstützen, wie es das Hörsaalkino tut, ist auf schärfste zu verurteilen. Durch diese Aktionen werden sexistische und menschenverachtende Einstellungen an den Universitäten gefördert – einem Ort, der eigentlich den Status quo kritisch hinterfragen sollte.

Veranstaltungsreihe zum Frauen*kampftag – We don´t fight for flowers!

Das Jahr 2016 startete beschissen: Mit den Übergriffen der Silvesternacht in Köln, deren rassistische Vereinnahmung sich noch weit ins Frühjahr zog und der Auftakt für all den sexistischen und frauen-, trans-, homo- und interfeindliche Kack. Wir denken an die Wahl von Trump zurück, an den Fall Lohfink, an den Amoklauf im queeren Club „Pulse“ in Florida und an die AfD. Und damit ist die Aufzählung noch lange nicht abgeschlossen.
Wir denken sicher auch alle an Persönliches. An den x-tausendsten dummen sexistischen Spruch, an Herabsetzung, an Nicht-Ernst-genommen-werden, an Gewalt und Hass und daran, wer hier immer noch die Hausarbeit alleine macht und weniger verdient.
Wir dürfen nicht aufhören, solche Zustände anzuklagen und in die Öffentlichkeit zu tragen. Dabei soll es allerdings nicht bleiben: Wir müssen gemeinsam in die Zukunft schauen, unsere (Zwischen)Erfolge feiern und trotzdem weiter kämpfen und streiten.
So erlebten wir mit der Kampagne #ausnahmslos, die sich ausgehend von Köln gegen Rassismus, Sexismus und sexualisierte Gewalt aussprach, die erste große und medial wirksame feministische Kampagne 2016. Das deutsche Sexualstrafrecht ist bei „Nein heißt Nein“ angekommen, tausende Pol*innen demonstrierten erfolgreich gegen die Verschärfung des ohnehin restriktiven Abtreibungsrecht, die selbst ernannten „Lebensschützer“ bekamen bei ihren Märschen ordentlich feministischen Gegenwind, es gab einen großen und kraftvollen Protest von Betroffenen des Teilhabegesetzes gegen eben dieses und zum Frauen*kampftag am 8. März gab es viele kämpferische Demonstrationen und Aktionen.
Feministische Solidarität, Vernetzung und eine gemeinsame feministische Offensive gegen herrschende Missstände im Alltag oder in der Gesellschaft haben auch unser Jahr 2016 geprägt – und so soll es auch 2017 weiter vorwärts gehen. Im Februar starten wir wieder unsere feministische Veranstaltungsreihe in Thüringen, wollen Menschen erreichen und zusammen bringen, wollen gemeinsam demonstrieren, diskutieren und feiern – ob zum Frauen*kampftag oder gegen die Einschränkung unserer Rechte. Und: Wir wollen deiner Stimme Raum geben und gemeinsam mit dir offensiv für eine feministische Perspektive eintreten. Los gehts!

Hier könnt ihr das Programmheft durchblättern und uns auf Facebook folgen.  Eine gute Übersicht und weiter Veranstaltungen findet ihr außerdem auf dem Blog des Bündnisses

Un_Möglichkeit von Heterobeziehungen – Machtgefälle im Zwischenmenschlichen

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Die Grundlage des westlichen Patriarchats sei die männliche Ausbeutung der weiblichen „love power”, so Jónasdóttir. Frauen*, die mit cis-Männern* engere und/oder sexuelle Beziehungen (Partner- und Freundschaften) eingehen, sind vom Patriarchat in einer bestimmten Weise betroffen. In dem Workshop möchten wir diese höchstprivate Angelegenheit, die mit diversen Vorstellungen über Liebe, Begehren, Freundschaft, Bindung, Intimität und Miteinander einhergeht, politisch diskutieren und gemeinsam erforschen, inwiefern das Machtgefälle zwischen den Geschlechtern im Patriarchat die Art und Weise, wie wir unsere Beziehungen erleben, prägt, wie wir damit umgehen und ob/wie wir aus diesem asymmetrischen Machtverhältnis rauskommen können. Zusätzlich zum patriarchalen Machtgefälle werden auch intersektionale Machtgefälle angerissen. 

Montag den 14.3.16 um 14 Uhr 
Seminarraum 307, Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
mit Kübra
diese Veranstaltung findet ihr auch bei Facebook